Der Einladung der Ritterschaft der Wolfskuhler, auf Wasserschloß Werdringen aufzuspielen und für lautstarke Unterhaltung zu sorgen um in alter Spielmannstradition mit Bier und Brot bezahlt zu werden, konnten wir natürlich nicht wiederstehen. Selbst die Warnung, die ungefähr "Passt auf daß ihr nicht vollgeschissen werdet wenn ihr in der Scheune pennt, die Eule kann fies sein" lautete, konnte uns nicht abhalten auf dem sehr großen Plan aufzkreuzen. Und mit uns kreuzte auch das Frendskoppsche Wetter auf - Ha Ha! :-) Doch wie kündigt uns Meister Grimmbart doch immer so schön an? "Über Moor und Mist, knietief durch den Matsch der Ruhr gekommen, ...", lange Rede kurzer Sinn: Wir sind Schlamm-erprobt.
Somit spielten wir den ersten Tag bis zum Abend bei leichtem Nieselregen im Heerlager und bei Gewitter in der Scheune (bei ständigen nervösen Blicken nach oben) unser Liedergut während wir so einige Flaschen Met, Wein und Bier köpften (Pauken-Paule hat einen Kasten spendiert, Applaus!!), die tief in unsere Glieder fuhren. Ob die Musik, die wir des Nachts noch im Heerlager spielten gut oder aufgrund der Dudelsack/schlafende Kinder-Kombination zu laut war, vermag ich im nachhinein aufgrund unzurechnungsfähigen Zustandes nicht mehr sagen. Die Leute waren auf jeden Fall begeistert und gaben uns einfach immer mehr zu trinken, was Meister Adebar dazu veranlasste das Schlafgemach zu sehr früher Zeit aufzusuchen.
Der nächste Morgen hatte es natürlich in sich. Aufstehen, eine Halbe Kanne leckeren Kaffee trinken und unmittelbar danach Bordune stimmen und auf zur Markteröfnung. Bei dieser Gelegenheit haben wir das Schloß selber auch einmal gesehen - Wasserschloß ist vielleicht die falsche Bezeichnung, man konnte sich erst sicher sein das die grün überzogene Brühe Wasser war, als man Enten drin gesehen hat, jedoch war das Schloß selber schön anzusehen. Es folgte ein paar Stunden später das Schauspiel der Wolfskuhler und der anderen beteiligten Lager, die eine Burgbelagerung zeigte. Die gespielten Trinkgelage der Söldner und Soldaten untermalten wir musikalisch mit der Gruppe "Die Galgenvögel", eine von zwei anderen angeheuerten Bands. Das Schauspiel war alles in allem sehr eindrucksvoll gemacht mit Massenschlachten von schätzungsweise 50 oder mehr Leuten. Zwischendurch mußten immer mehr Getränke- und Essensmarken dran glauben um unsere Leiber zu füllen, was dazu führte, das der zweite Abend ähnlich verlief wie der erste - nur mit leiseren Instrumenten. Nachdem die Trinkbuden zugemacht hatten, sahen wir uns gezwungen, Met oder vergleichbares durch vortreffliche musikalische und sangliche Fähigkeiten zu ergattern und zu vernichten, was natürlich in einem feucht-fröhlichem (Heer-)Gelage geendet ist.
Am Sonntag, mehr oder minder fit, sorgten wir wieder bei der Markteröffnung und auf dem Schauspiel für lautstarke Musik. Später Begleiteten wir dann auch die Tanzgruppe "Faux Pas" (richtig geschrieben? Französische Fremdwörter gehören nicht zu meinen Stärken), die schon auf dem Schauspiel für tänzerische Darbietungen sorgten und nun einen Tanzkurs für alte Reihen- und Gruppentänze veranstaltete. Doch nun ging gegen 18.00 Uhr auch dieser Markt langsam seinem Ende entgegen und wir packten schweren Herzens und verkaterten Kopfes unsere sieben Sachen zusammen und reisten Heimwärts.
Grüße an:
-Die Wolfskuhler
-Faux Pas
-Die Galgenvögel
-Grimmbarts Metallkutsche, die auf dem Rückweg vor meinem Haus liegengeblieben ist.
Gehabt euch Wohl
Gordon, die Stimme der Vernunft